Derbysieger? Fehlanzeige!

Das Derby im Herzen der Mühlviertler Alm war nichts für schwache Nerven. Für die zahlreichen Zuschauer war das Spiel eine Achterbahn der Gefühle, mit hochkarätigen Chancen und mit jeder Menge Hoffen und Bangen auf beiden Seiten. Die Tatsache dass ihre Mannschaften so viele Möglichkeiten zugelassen haben, mussten die Trainer mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen. Dass es am Schluss wohl beim verdienten Unentschieden blieb, erfreute den Kantinier, der nach dem Spiel bei guter Laune ein ebenso gutes Geschäft machen konnte als das Publikum zufrieden war.

Die Reserve der SPG war an diesem Nachmittag gewarnt, war die heimische Mannschaft mit etlichen klingen Namen bestückt. Zudem ist der Heimvorteil klar auf Seiten der UWB, die sich in ihrem Wohnzimmer wohl fühlen. Nicht aber an diesem Tag und nicht mit dem Tabellenführer des Reservebewerbes der 2. NO. In einer furiosen ersten Halbzeit wurde die Union UWB gut bearbeitet und mit durchaus sehenswerten Aktionen teilweise auseinander genommen. Nicht das schlechte Spiel der UWB war dafür ausschlaggebend, sondern vielmehr das gute Agieren der SPG WKL. Angetrieben vom hervorragen aufspielenden Sebastian Schmalzer passten die Laufwege, das Timing, die Pässe und letztendlich die Tore. Bei besserer Chancenverwertung hätte es nach 45 Minuten mehr als nur 0:4 stehen müssen. Die Tore fielen nicht etwa aus Zufall oder aus Standards, es waren immer wieder die Ideen aus dem Mittelfeld und die kreativen Laufwege der Offensivspieler die einer gut kämpfenden heimischen Reserve der Heimmannschaft zum Verhängnis wurden. Die Union UWB hatte zwar auch vereinzelt Möglichkeiten, an diesem Tag wäre aber nichts zu holen gewesen und so stand es am Ende und das hoch verdient 0:5. Bescheidenheit ist eine Tugend, sagt ein bekanntes Sprichwort, an diesem Tag durfte man sich aber zurecht über die beste Halbzeit der laufenden Saison freuen und das sollte auch hier entsprechend gewürdigt werden. Die Torschützen waren: Martin Hackl, Johannes Hackl, Philipp Brandstätter 2x und Marek Toth

Die Kampfmannschaft wollte es ihrem kleinen Bruder nachmachen um ebenfalls ein gutes Ergebnis zu erzielen. Zu Beginn sah das auch recht gut aus und so kreierte die SPG drei tolle Chancen, wo zumindest ein Tor hätte fallen müssen. Voit Johannes hatte eine gute Gelegenheit ca. 13 Meter vor dem Tor, Fabian Hennerbichler nach toller Vorarbeit von Fabian Hackl brachte den Ball nicht in den Maschen unter und zu guter Letzt konnte abermals Fabian Hennerbichler den Tormann der UWB nicht überwinden nachdem er alleine auf ihn zuglaufen war. Dann die Heimischen die nach einem Einwurf schnell, effizient, spektakulär und sehenswert in Führung gingen. Die Annahme, die Mitnahme und der Abschluss halbvolley unter die Latte waren beeindruckend und so konnte sich die SPG ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in dem Maße entfalten wie zu Beginn. Die heimischen starteten nun eine Druckphase und hatten gute Gelegenheiten die sie aber nicht nutzen konnten. Es ging zügig hin und her und bei einem guten Stangler von Fabian Hackl war keiner zur Stelle der im Rückraum vollenden konnte. Nachdem auch Roland Bauer eine gute Chance ungenützt ließ und ein UWBler von der Linie gerettet hat, blieb es beim 1:1 zur Halbzeit.

Nach dem Wiederbeginn konnten sich die Heimischen immer besser auf die Spielweise der SPG einstellen. Hinten wurden die beweglichen Angreifer geschickt aus dem Spiel genommen und nach vorne hatten die schnellen Angreifer aus UWB tolle Chancen vorgefunden. Viermal sind sie alleine auf Tormann Michael Schöfer zugelaufen sie vermochten es aber nicht die vermeintlich leichteren Aufgaben zu meistern. Bei einem Kopfball nach einer Ecke von Unterweißenbach sprang der Ball knapp vor dem Tor auf fand aber nicht den Weg in die Maschen. Die SPG hätte das Spiel in diesen Minuten verlieren können. Einen derartigen Rückstand hätte man wohl kaum mehr aufholen können, so konzentriert und zielgerichtet trat auf einmal die heimische Mannschaft auf. Es wären aber nicht die wendigen Angreifer der SPG, sollten sie durch ihre gewitzte Spielweise nicht doch noch einmal eine Chance bekommen und so war es in letzter Minute Daniel Steinbauer der nach Vorarbeit von Fabian Hennerbichler allein vor Golie Hackl auftauchte und hauchdünn verzog. Schon zuvor hatte UWB bei einem Freistoß glück, da der Ball im gefährlichen Raum einfach nicht zu den Roten wollte und knapp am Tor vorbeikullerte. Unterm Strich hätte jeder diese Partie gewinnen können, wenn nicht sogar gewinnen müssen und dennoch war das Unentschieden gerecht und verdient. Denn wer solche Großchancen nicht nützen kann, wird letztendlich kein Spiel gewinnen. Schlimmer sogar, in vielen Fällen wird das gnadenlos bestraft.

Die SPG WKL möchte die Gelegenheit nutzen sich für ein spannendes und faires Derby zu bedanken. Es hat von der ersten bis zur letzten Minute alles gepasst. Von guten Spielzügen, spannenden und fairen Zweikämpfen bis hin zu Toren und Chancen war alles dabei. Erhöhte Pulsfrequenzen, tobender Applaus, intensive Diskussionen und beste Verpflegung machen das mittlerweile legendäre Derby mehr als ansehnlich und erlebenswert. Im Frühjahr wird das nächste aufeinandertreffen in Weitersfelden stattfinden und die SPG freut sich jetzt schon auf ein weiteres Highlight in der Derbyhistorie zwischen der SPG WKL und der Union Unterweißenbach.

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